Freitag, 19. Juni 2015

Wenn Mama einen schlechten Tag hat

Sonntagmorgen: Das Kind will raus, Mama hätte lieber noch etwas geschlafen. Die schlechte Laune ist vorprogrammiert.


«NEIN ANNA! HÖR SOFORT AUF DAMIT! ES REICHT!» Geschockt schaue ich zu meiner 2,5-jährigen Tochter hinüber, die gerade ihre Puppe ankeift, als hätte sie ein Kapitalverbrechen begannen. Noch nie habe ich sie so sprechen gehört. Und doch kommt mir ihr Ton bekannt vor: Es ist meiner. Und das schockiert mich gleich noch mehr. Rede ich tatsächlich so mit meiner Tochter? Ich muss mir eingestehen: Ja, das tu ich. In den letzten Wochen passierte es mir öfter, als mir lieb ist. Daran war nicht etwa sie schuld. Es lag an mir. Ich war mit den Kräften am Ende, meine Nerven lagen blank. Noch während ihr kleiner Kindermund meine wutentbrannten Worte ausspuckt, wird mir klar: Kein Kind hat es verdient, so angeschrien zu werden.

Doch was tun? Schliesslich kann man als Eltern kleiner Kinder nicht einfach den Pause-Knopf drücken, wenn man eine Auszeit braucht. Darf das eigene Kind es zu spüren bekommen, wenn Mama oder Papa schlechte Laune haben? «Es ist völlig normal und menschlich, schlechte Tage zu haben», sagt Beatrice Wyser Dahinden, Sozialpädagogin von der Pro-Juventute-Elternberatung, «in solchen Situationen ist es wichtig, offen mit seinen Gefühlen umzugehen.» Man dürfe auch mal Wut und Ärger zeigen. Denn damit können Kinder besser umgehen, als mit unterdrückten Gefühlen: «Sie lernen auf diese Weise, dass man unangenehme Gefühle nicht verstecken muss.»

Kann man sich gerade keine Auszeit nehmen, wenn die Nerven mal wieder blank liegen, rät Wyser Dahinden, sich wenigstens kleine Oasen im Alltag zu schaffen: «Den einen hilft tiefes Durchatmen, anderen Singen.» Es sei auch nicht schlimm, wenn die Kinder dann ausnahmsweise kurz fernsehen oder Musik hören dürften. Zudem rät sie Müttern, den Haushalt in solchen Phasen auch mal links liegen zu lassen, wenn sie sich dadurch ihren Alltag erleichtern können.


Zuerst erschienen auf www.famigros.ch.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Von Schutz und Selbstschutz (Sponsored)

Quelle: Zurich Versicherung


Ihr kennt vielleicht bereits meine Schwäche für Videos, in denen Kinder zu Wort kommen. In diesem hier erzählen sie, wer ihnen Schutz gibt (Mama) und wer die stärkste Person ist, die sie kennen (Papa). Am besten gefällt mir aber das Mädchen, das sagt, SIE sei stark (Minute 1:11). Es ist genau das, was ich A mit auf den Weg geben will. Klar will ich sie beschützen, viel wichtiger ist mir aber, dass sie sich selbst schützen kann.

Das Thema beschäftigt mich im Moment sehr. Ich versuche nämlich A gerade beizubringen, sich zu wehren. Bisher lässt sie sich, mit anderen Kindern konvrontiert, nämlich so ziemlich alles gefallen. Wenn ihr etwas weggenommen wird, fängt sie an zu weinen und ruft nach mir. Wenn ihr ein Kind weh tut, dann ist sie davon so vor den Kopf gestossen, dass sie es wie versteinert über sich ergehen lässt. Sie wehrt sich nicht, rennt nicht mal weg. Das zu sehen, bricht mir das Herz. Gleichzeitig weiss ich, dass ich als Mama nicht immer sofort eingfreifen sollte. Wie habt ihr das gemacht? Kennt ihr das von euren Kindern? Ich weiss, es kann genauso schwierig sein, ein Kind zu haben, das schlägt und beisst, denn auch in diesem Fall ist man oft machtlos.

Dieser Blogeintrag wurde gesponsort.

Montag, 25. Mai 2015

Einen Tag im Zoo

Pinguin-Parade im Winter 2014 im Zürizoo.

Famigros, der Familienclub von Migros, organisiert im Juni Zootage für Familien. Insgesamt 20'000 Familien können Zootickets gewinnen und einen ganzen Tag gratis im Zoo in  Zürich (13. Juni), im Walter Zoo in Gossau (20. Juni), im Natur- und Tierpark Goldau (27. Juni) oder im Tierpark Bern (28. Juni) verbringen. Auch ich darf im Namen von Famigros eine Familie (2 Erwachsene und ihre Kinder) beschenken. Wer mitmachen will, hinterlässt wie immer hier oder auf Facebook einen Kommentar mit E-Mail-Adresse und dem bevorzugten Zoo. Mitmachen dürfen alle Schweizer Familien. Der Wettbewerb läuft bis Mittwoch, 27.05.2015. Ich wünsche euch viel Glück und viel Spass im Zoo!

Dienstag, 19. Mai 2015

Konversationen mit einer Zweijährigen


Wie ihr vielleicht auf Instagram bereits gesehen habt, sind wir letzten Monat umgezogen. Laaange haben wir gesucht, und nun sind wir endlich angekommen in unserem neuen Zuhause. Wenn ihr wollte, mache ich auf dem Blog mal eine kleine Haus-Tour sobald wir fertig eingerichtet und ich frisch geputzt und aufgeräumt habe (also im nächsten Frühling, hahaha).

Der Umzug in ein neues Hause war für Amelie sehr verwirrend und hat zu lustigen Frage-Runden geführt. Hier eine Kostprobe:

Ich: "So, jetzt gömmer hei!"
Sie: "I welles Dihei gömmer?"
Ich: "Is neue Hus."
Sie: "Okay. Und dänn gömmer hei?"

Und während der Autofahrt nach Hause:
Sie: "Wo wohnemer hüt Mami?"
Ich: "Im neue Hus."
Sie: "Okay."

Zudem wird Benjamin bald getauft. Das habe ich ihr erklärt, als ich mit den Vorbereitungen beschäftigt war.
Ich: "Dä Benjamin wird bald tauft, weisch."
Sie: "Was wird er?"
Ich: "Tauft!"
Sie: "Muess er dänn ganz höch gumpe?"
(Springen ist ihre neueste Fähigkeit. Sehr lange hat sie geübt und jetzt wo es endlich klappt, zeigt sie es allen immer wieder ganz stolz. Offensichtlich ist es für sie mit einer Reifeprüfung gleichzusetzen.)

Amelie singt zudem sehr gerne und viel. Weil sie die Titel der Lieder nicht kennt, schlägt sie ein Lied jeweils so vor:

"Wämmer 'Schiffli-fahre-uf-em-See-chamer-schöni-Sache-gseh-chunt-en-Wind-und-chunt-en-Sturm-rüert-das-schöne-Schiffli-um' singe?"

Bei uns ist das längst zu einem Insider avanciert und auch wir schlagen Lieder nun nur noch so vor.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Zehn Gründe, wieso du deine Mutter nicht nur am Muttertag anrufen solltest



Am Sonntag ist Muttertag. Selbstverständlich solltest du deine Mutter dann anrufen. Aber nicht nur an diesem einen Tag. Du solltest sie jeden Tag anrufen. Wieso? Hier sind zehn Gründe:


  1. Sie hat dich unter Schmerzen geboren. Und wenn ich Schmerzen sage, dann meine ich unbeschreibliche, lebensverändernde Schmerzen. Ich persönlich wäre gegen eine Wand gerannt, wenn ich gekonnt hätte. Nur um die Schmerzen nicht mehr zu fühlen. Leider konnte ich nicht mehr aufstehen. Die Wehen waren zu stark.
  2. Sie hat dich getragen und umsorgt, dir Schlaflieder in Endlosschleife vorgesungen, wenn du geweint hast. Und das hast du bestimmt. Vielleicht sogar die ganze Nacht.
  3. Obwohl du immer wieder ihre Grenzen getestet und ihre Nerven strapaziert hast, hat sie nie aufgehört, an dich zu glauben.
  4. Ihre Liebe ist bedingungslos.
  5. Sie hat dich und deine Wünsche immer ernst genommen, egal wie realitätsfremd sie waren. Dazu eine kleine Anekdote aus meiner Kindheit: Als ich noch ein Mädchen war, wollte ich - selbstverständlich - Prinzessin werden. Ich glaubte sogar zwischenzeitlich, meine Familie hätte mich adoptiert und meine wahren Vorfahren seien adelig. Eines Tages kam meine Mutter mit einem Zeitungsartikel über Prinz William zu mir. Er war damals noch Single und meine Mutter meinte, wenn ich noch immer Prinzessin werden wolle, wäre das meine Chance. Ich war positiv überrascht. Sie hatte mich ernst genommen.
  6. Sie ist die einzige Person, die dir eine halbe Stunde lang dabei zuhört, wie du ausschliesslich über dich selbst redest. Sie tut das sogar gerne.
  7. Auch wenn sie es nicht sagt: Sie hat vieles für dich aufgegeben. Beispielsweise den schönen Chef-Ledersessel, auf dem sie heute sitzen könnte, hätte sie ihre Zeit in eine Karriere statt in dich investiert.
  8. Wer sonst kann dir sagen, ob die abgelaufene Pizza im Gefrierfach noch essbar ist. 
  9. Sowieso weiss sie in jeder Lebenslage Rat. Und ist erst noch günstiger als ein Therapeut.
  10. Weil sie deine Stimme hören will. Immer.

Dieser Text ist auf Famigros.ch erschienen.