Donnerstag, 27. August 2015

Sponsored: Viel Kritik (und ein Lob) für den Ikea Katalog

Quelle: Ikea

Der neue Ikea Katalog ist da (holt schnell die Schnur und fesselt mich an meinem Stuhl!). Diese Kataloge sind so gefährlich, weil ich immer gleich mindestens 99 Sachen darin sehe, die ich sofort haben muss. Für eine Seite möchte ich mich beim schwedischen Möbelhaus ganz besonders bedanken. Und zwar für Seite 163. Es ist ein Schlafzimmer. Ein FAMILIENSCHLAFZIMMER. Ich könnte mich täuschen, aber ich glaube, etwas Ähnliches noch nie in einem dieser durchgestylten Kataloge, die jeweils in meinem Briefkasten landen, gesehen zu haben. Herzliche Gratulation, liebe Ikea. Dafür, dass ihr verstanden habt, wie die Realität vieler Familien aussieht. Und auch dafür, dass ihr verstanden habt, wie schön dieses unorganisierte miteinander sein kann, in dem immer mindestens einer der Beteiligten nicht in dem Bett liegt, das eigentlich für ihn bestimmt wäre. 

Zudem möchte ich euch noch das Werbevideo für den neuen Katalog ans Herz legen. Kennt ihr Hellmuth Karasek? Er ist einer der wichtigsten Literaturkritiker unserer Zeit. Und er hat es sich nicht nehmen lassen, den Ikea-Katalog zu rezensieren. Was dabei raus kam, ist mehr als lustig. Karasek nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt zum angeblich meistverbreiteten Buch der Welt, es sei "vollgemüllt mit Gegenständen" und "Personen kommen selten zu Wort, sie reden kaum zusammenhängend". Wirklich lustig! Aber überzeugt euch selbst:

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Freitag, 21. August 2015

Von Arbeit und Gleichberechtigung

Nach neun Monaten zu Hause mit meinen zwei Kindern gehe ich nun wieder arbeiten. Nicht etwa der Gleichberechtigung wegen. Oh nein. Denn ich weiss nicht, wie es bei euch aussieht, aber in unserem Haushalt ist es mit der Gleichstellung nicht weit her. Spätestens mit dem Stillen, geht die doch flöten. Ratet mal, wer Nachts aufsteht, wenn eines der Kinder weint? Natürlich, ich! Dass auch ich am nächsten Morgen zur Arbeit muss, interessiert niemanden. Macht übrigens auch keinen Unterschied - denn auch wer nicht zur Arbeit muss, steht mit zwei Kindern jeden Morgen in aller Früh auf und bekommt in der Regel keine Pause bis spät abends.

Nun denn, wo war ich? Ach ja, bei der Gleichberechtigung. Ich will ja nicht jammern. Denn auch meinem Mann nimmt niemand den Druck ab, eine Familie ernähren zu müssen. Entlaste ich ihn, indem ich auch wieder arbeiten gehe? Ich bezweifle es. Das Geld, das ich mit meinem Pensum verdiene, fliesst mehr oder weniger direkt an die Kinderkrippe (die Kosten verdoppeln sich mit dem zweiten Kind ja auch).

Finanzielle Entlastung ist es also sicher nicht. Eine Entlastung fürs Nervenkostüm schon gar nicht. Nur schon, bis wir mit zwei Kindern am Morgen das Haus verlassen, hatte mindestens einer von uns vier bereits den ersten Nervenzusammenbruch. Um fair zu sein: Das braucht bei meiner dreijährigen Tochter derzeit auch nicht viel - die falsche Sockenfarbe reicht schon.

Wieso tu ich es also? Wieso gehe ich zur Arbeit? Nun, es mag zwar kurzfristig keine finanzielle Entlastung bringen. Doch langfristig bin ich sicher, lohnt es sich, dass ich meinen Job weiter ausübe. Zudem könnte ich jedes Mal, wenn ich nach dem morgendlichen Chaos dann endlich im Büro ankomme, einen Freudentanz aufführen. Denn mich umgeben zivilisierte Menschen mit einem mir verständlichen Sprachgebrauch, die ihre Emotionen mehr oder weniger im Griff haben. Und selbst wenn mal jemand Schreit, so ist die Frequenz um einiges angenehmer, als die die zu Hause herrscht. Ja, ich bin dann jeweils richtig glücklich im Büro und vermisse meine Kinder so gar nicht. Das darf man auch mal sagen.


Zuerst hier erschienen: Famigros.ch.

Dienstag, 4. August 2015

Konversationen mit einer Zweijährigen



Meine Tochter hat eine Meinung zu allem. Und sie weiss, wie der Hase läuft. Selbst die wahnwitzigsten Aussagen gibt sie mit einem solchen Selbstbewusstsein von sich, dass jedes Nachfragen zwecklos ist.

Kürzlich sprach ich sie auf ihre Frisur an.
Ich: «Wo ist dein Spängeli?» 
Sie: «Das macht Pause.» 
Alles klar.

Gerne erklärt sie mir auch, was ich zu tun habe. Beispielsweise mit meiner kaputten Handtasche:
Sie: «Die musst du flicken!»
Ich: «Das kann ich nicht. Das kann nur ein Spezialist.»
Sie: «Dann müssen wir einen Spezialisten kaufen gehen.»
Ich: «Den kann man nicht kaufen, das ist ein Mensch.»
Sie: «Dann müssen wir sie dem Menschen bringen und er macht dann Spezialist drauf.»

Während ihr einige Abläufe noch zu schaffen machen...
Ich: «Komm, wir gehen Gipfeli kaufen.»
Sie: «Aber es hat keine mehr!» (Beim letzten Mal haben wir beim Bäcker die letzten drei gekauft.)
Ich: «Doch, doch, es hat bestimmt wieder.»
Sie: «Wieso? Wurden sie zurück gebracht?»

...hat sie andere Abläufe schon längst begriffen:
Sie (auf dem Weg zur Geburtstagsparty ihres Onkels): «Wenn er heute Geburtstag hat, kommt er sicher auch bald in den Kindergarten, gäll!»

Und um den Text in ihren Worten abzuschliessen:
Ich: «So, wir müssen nach Hause gehen.»
Sie: «ODER wir ziehen uns jetzt alle aus und springen in den Bach.»
Zuerst erschienen auf www.famigros.ch.

Freitag, 19. Juni 2015

Wenn Mama einen schlechten Tag hat

Sonntagmorgen: Das Kind will raus, Mama hätte lieber noch etwas geschlafen. Die schlechte Laune ist vorprogrammiert.


«NEIN ANNA! HÖR SOFORT AUF DAMIT! ES REICHT!» Geschockt schaue ich zu meiner 2,5-jährigen Tochter hinüber, die gerade ihre Puppe ankeift, als hätte sie ein Kapitalverbrechen begannen. Noch nie habe ich sie so sprechen gehört. Und doch kommt mir ihr Ton bekannt vor: Es ist meiner. Und das schockiert mich gleich noch mehr. Rede ich tatsächlich so mit meiner Tochter? Ich muss mir eingestehen: Ja, das tu ich. In den letzten Wochen passierte es mir öfter, als mir lieb ist. Daran war nicht etwa sie schuld. Es lag an mir. Ich war mit den Kräften am Ende, meine Nerven lagen blank. Noch während ihr kleiner Kindermund meine wutentbrannten Worte ausspuckt, wird mir klar: Kein Kind hat es verdient, so angeschrien zu werden.

Doch was tun? Schliesslich kann man als Eltern kleiner Kinder nicht einfach den Pause-Knopf drücken, wenn man eine Auszeit braucht. Darf das eigene Kind es zu spüren bekommen, wenn Mama oder Papa schlechte Laune haben? «Es ist völlig normal und menschlich, schlechte Tage zu haben», sagt Beatrice Wyser Dahinden, Sozialpädagogin von der Pro-Juventute-Elternberatung, «in solchen Situationen ist es wichtig, offen mit seinen Gefühlen umzugehen.» Man dürfe auch mal Wut und Ärger zeigen. Denn damit können Kinder besser umgehen, als mit unterdrückten Gefühlen: «Sie lernen auf diese Weise, dass man unangenehme Gefühle nicht verstecken muss.»

Kann man sich gerade keine Auszeit nehmen, wenn die Nerven mal wieder blank liegen, rät Wyser Dahinden, sich wenigstens kleine Oasen im Alltag zu schaffen: «Den einen hilft tiefes Durchatmen, anderen Singen.» Es sei auch nicht schlimm, wenn die Kinder dann ausnahmsweise kurz fernsehen oder Musik hören dürften. Zudem rät sie Müttern, den Haushalt in solchen Phasen auch mal links liegen zu lassen, wenn sie sich dadurch ihren Alltag erleichtern können.


Zuerst erschienen auf www.famigros.ch.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Von Schutz und Selbstschutz (Sponsored)

Quelle: Zurich Versicherung


Ihr kennt vielleicht bereits meine Schwäche für Videos, in denen Kinder zu Wort kommen. In diesem hier erzählen sie, wer ihnen Schutz gibt (Mama) und wer die stärkste Person ist, die sie kennen (Papa). Am besten gefällt mir aber das Mädchen, das sagt, SIE sei stark (Minute 1:11). Es ist genau das, was ich A mit auf den Weg geben will. Klar will ich sie beschützen, viel wichtiger ist mir aber, dass sie sich selbst schützen kann.

Das Thema beschäftigt mich im Moment sehr. Ich versuche nämlich A gerade beizubringen, sich zu wehren. Bisher lässt sie sich, mit anderen Kindern konvrontiert, nämlich so ziemlich alles gefallen. Wenn ihr etwas weggenommen wird, fängt sie an zu weinen und ruft nach mir. Wenn ihr ein Kind weh tut, dann ist sie davon so vor den Kopf gestossen, dass sie es wie versteinert über sich ergehen lässt. Sie wehrt sich nicht, rennt nicht mal weg. Das zu sehen, bricht mir das Herz. Gleichzeitig weiss ich, dass ich als Mama nicht immer sofort eingfreifen sollte. Wie habt ihr das gemacht? Kennt ihr das von euren Kindern? Ich weiss, es kann genauso schwierig sein, ein Kind zu haben, das schlägt und beisst, denn auch in diesem Fall ist man oft machtlos.

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