Sonntag, 17. Juli 2016

Brief an eine frisch gebackene Mutter

Liebe Mama
Jetzt ist es da, dein Baby. Und alles ist anders. Deine Liebe für dieses kleine Wesen übermannt dich noch immer täglich. Genauso wie das Chaos - im Haus und im Herzen. So hattest du dir das nicht vorgestellt. Fast täglich fühlst du dich überfordert, würdest am liebsten alles hinschmeissen und schreien: «Wie schafft ihr anderen Mütter das? Was mache ich falsch?»

Ich schreibe dir diesen Brief, um dir zu versichern: Nichts, du machst nichts falsch. Uns anderen Mamis gings genauso. Wir fühlten uns genauso überfordert, während unser Baby in unseren Armen nicht zu schreien aufhören wollte. Auch wir weinten irgendwann einfach mit. Und fragten uns: Schaffe ich das?

Aber ich möchte dir etwas verraten: Diese ersten Wochen, sie gehen vorbei. Dieser übernächtigte, vernebelte Zustand, in dem man das Gefühl hat, in einem Sumpf aus Babymilch und Babywindeln zu versinken, er geht vorüber. Aus dem Nachhinein gesehen sogar ziemlich schnell. Doch wenn man selbst mitten drin steckt, kommt diese Phase einem wie eine Ewigkeit vor. Wie sehr habe ich den Satz «Geniess es, es geht so schnell vorbei!» früher gehasst. Und jetzt bin ich selbst eine von denen, die ihn sagt. Weil es nun mal so ist.

Und trotzdem möchte ich dir sagen: Ich verstehe dich, wenn du es gerade nicht geniessen kannst. Denn die dunklen Nächte, in denen ein Babyschrei mich aus dem Tiefschlaf riss und ich das Gefühl hatte, unter Wasser von einer Kugel getroffen zu werden, die sich durch meinen gesamten Körper bohrt, sie hallen noch nach. Ich erinnere mich nur allzu gut daran. Glaube nicht, dass du damit alleine bist. Wir sind alle im selben Boot. Und du schaffst das. Einen Tag nach dem anderen. Und ehe du dich versiehst, ist aus deinem Baby ein Kleinkind geworden.

Diese Kolumne erschien auch auf famigros.ch.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Jooseph's Bio-Mode aus der Schweiz

Es gibt sie auch in der Schweiz: Die kleinen Mode-Labels, die mit Bio-Textilien nachhaltige Kollektionen produzieren. Für mich führt gerade bei Kinder-Mode kein weg mehr daran vorbei. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, als Lisa Löffelholz mich fragte, ob ich auf meinem Blog über ihr Label Jooseph's berichten möchte. Die süssen T-Shirts mit Monster-Motiven sind qualitativ hochwertig und bereiten mit ihren grossen, neugierigen Augen auch den Kleinen riesen Freude. Aber sieht selbst:




Mittwoch, 25. Mai 2016

Mein Bakfiets und ich


Es gibt da eine neue Liebe in meinem Leben. Wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht schon das eine oder andere Foto davon gesehen. Eigentlich sogar ziemlich sicher. Denn es waren schon so einige Fotos. Weil ich mich einfach nicht satt sehen kann. Und weil ich so verrückt danach bin, dass ich kaum einen Tag ohne verbringe. Wovon ich spreche? Von meinem Bakfiets. Das ist niederländisch und heisst Lieferrad. Oh, wie ich mein Bakfiets liebe! Und die Kinder erst.

Ich weiss nicht mehr, wann ich zum ersten Mal ein Babboe Lastenrad sah - doch das Bild hat sich in mein Hirn eingebrannt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Für einen Veloanhänger konnte ich mich nie so richtig begeistern. Weil man die Kinder damit hinter sich her zieht, sie nicht sieht und den Radius in Kurven schlecht abschätzen kann. Im Babboe sitzen die Kinder direkt vor mir. Einem Baby könnte man den Nuggi reichen, so nah sitzen sie.

Ich habe mich für das Babboe Curve Mountain-E entschieden, damit kann ich problemlos auch Steigungen meistern - selbst wenn der Wagen mit Einkauf und Kindern vollgepackt ist. Anfangs ist das Steuern mit dem Velo gewöhnungsbedürftig, da die Holzkiste direkt am Lenkrad befestig ist. Auch an drei statt zwei Räder muss man sich erst gewöhnen.

Doch meine Erfahrung ist: Nach der zweiten Ausfahrt hat man den Dreh raus und von da an ist es Fahrspass pur. Besonders wenn man - wie ich - kein Auto hat, gewinnt man damit so viel Freiheit zurück. Ich würde es um nichts auf der Welt mehr hergeben.

Dieser Blogeintrag entstand in Zusammenarbeit mit Babboe Schweiz.

Dienstag, 24. Mai 2016

Mama und Papa nehmen eine Auszeit...

Wir waren dieses Wochenende im Löwen Hotel, Montafon. Ganz ohne Kinder, genossen mein Mann und ich ein Wochenende lang die Ruhe, die Bergluft und natürlich das feine Essen. Samstags gingen wir im schönen Silbertal wandern. Nach etwa fünf Stunden kamen wir dann erschöpft und glücklich ins Hotel und genossen noch den Wellness-Bereich, bevor es Zeit fürs Abendessen war. Der Wellnessbereich ist sehr grosszügig und bietet beispielsweise nicht nur eine sondern zwei verschiedene Dampfsaunas - einmal mit Kräutern und einmal mit Sole, inklusive Salzpeeling für die Haut.

Danach freute ich mich sehr darauf, mich mal wieder hübsch zu machen (auf Instagram gibts ein Bathroom-Selfie) und den Abend mit meinem Mann in einem schönen Restaurant zu verbringen. Solche Sachen tun wir viel zu selten, seit wir Kinder haben. Im Löwen Hotel gibt es jeden Abend ein 6-Gang-Menu - das war wirklich ausgezeichnet. Besonders angetan hat es mir die ausgefallene Dessert-Komposition, die nicht nur gut aussah, sondern auch ein Geschmackserlebnis war.

Herzlichen Dank an das gesamte Löwen-Team, das während des ganzen Wochenendes überaus aufmerksam und zuvorkommend war. Wir hatten eine wunderbare Zeit bei euch - und schlossen unsere Kinder am Sonntagabend wieder glücklich in die Arme. So eine Auszeit für Mama & Papa ist von unschätzbarem Wert, nicht? Wohin geht ihr jeweils, wenn ihr Zweisamkeit braucht?

Auf unserer Wanderung im Silbertal.
Der Pool war geheizt. 
Die Inneneinrichtung des Hotels war einfach umwerfend, mit viel Liebe zum Detail.
Es wurde vor kurzem renoviert. Das alte Holz in allen Räumen sorgt für Wärme... 
Der Lounge-Bereich.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Der innere Kampf

Grenzen setzen heisst auch: Streit nicht aus dem Weg gehen.

Ich würde meinen Erziehungsstil selber als recht strikt beschreiben. Ich lese zwar derzeit in den Medien sehr viel darüber, dass man sein Kind selbst entscheiden lassen soll, wie es sein Leben leben und sein Essen essen will, bin jedoch der festen Überzeugung, dass der Nachwuchs Führung braucht. Zwar finde ich den Ansatz spannend, den Kindern die Leitung zu übergeben. Jedoch würde das in unserem Haus im besten Falle im totalen Chaos, im schlechtesten mit Toten enden: «Mir egal, ob der Backofen an ist oder nicht, ich will da jetzt reinsteigen!»

Trotzdem lese ich die vielen Artikel über den antiautoritären Erziehungsstil immer mit grossem Interesse. Und obwohl ich nach aussen, so glaube ich zumindest, meinen Erziehungsstil recht selbstbewusst vertrete, führe ich innerlich nicht selten einen Kampf mit mir selber aus. 

So auch kürzlich, als mein Sohn, dem ich gerade seinen dunkelblauen Latz umgebunden hatte, unbedingt den hellblauen anziehen wollte. Sein Gesicht war bereits hochrot, die Augen wässrig, der Mund zusammengepresst. Kurz: Er war knapp davor, loszuschreien. Und zwar laut. Und lang. Trotzdem blieb ich standhaft und sagte: «Du trägst jetzt den dunkelblauen Latz. Keine Diskussion.» Selbstverständlich folgte darauf ein Trotzanfall erster Güte. Klingt vielleicht lustig, ist es aber nicht. Niemals. Und schon meldet sich meine innere Stimme: «Ist das jetzt wirklich nötig gewesen? Könntest du ihm nicht einfach den hellblauen Latz geben und alle hätten wieder Ruhe?» Darauf konterte eine zweite innere Stimme: «Um Himmels Willen, wieso zweifelst du jetzt schon wieder? Setz dich doch einfach mal durch.» 

Trotz dem ohrenbetäubenden Geschrei meines Sohnes höre ich die zwei Stimmen jeweils laut und deutlich. Und sie ärgern mich: Warum nur zweifeln wir Mütter immer so sehr an uns? 

Letztlich ist es doch so: Die meisten Eltern sind keine Erziehungs-Experten, müssen aber trotzdem tagtäglich erziehen. Ich weiss nicht, was richtig ist und was falsch. Was ich aber glaube zu wissen: Wenn wir das, was wir tun, mit Überzeugung und Selbstbewusstsein tun, dann geben wir unseren Kindern genau dies mit auf den Weg. Und das kann so falsch nicht sein - oder?


Dieser Text ist auch auf Famigros.ch erschienen .